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Ärgerliche Niederlage gegen abgezockte Kamenzer

Ärgerliche Niederlage gegen abgezockte Kamenzer

OSL: HVH Kamenz – TBSV Neugersdorf 1. 30:24 (12:11)

Wieder stand für die Neugersdorfer Männer ein Topspiel an, diesmal auswärts beim HVH Kamenz, die mit Ihrem erfahrenen Team noch eine weiße Weste haben. Mit einem vollen Kader reiste man an der Sporthalle am Flugplatz an, um auch aus der Lessingstadt Punkte zu entführen.

Recht mäßig starteten beide Teams in die Partie, entweder war das Spielgerät nicht ganz optimal, oder war es einer Anfangsnervosität aller Akteure geschuldet, denn die ersten 10 Minuten verliefen mit 3:3 torarm. Das war auf erste Fehlwürfe und überhastete Angriffe des TBSV zurückzuführen. Dafür hatte man in der Abwehr die erfahrenen Kamenzer gut im Griff und zwang diese bis zur Zeitspiel-Androhung. Abgefangene und geblockte Bälle waren die Belohnung. Nur im Angriff waren es zu viele Fehlwürfe. Auch weil nun die 5-1-Abwehr des HVH und zu riskante Querpässe auf 8 Metern zu Fehlern führten, und die durchweg im 1:1 abgeschlossenen Kamenzer Angriffe erfolgreich waren, lag man mit 4 Toren zurück.


Da bezüglich der gut zupackenden Abwehrreihen die Gelben Karten früh aufgebraucht waren, mehrten sich nun die Überzahl- / Unterzahl-Situationen. Die verkraftete man noch gut und durch einen Dreierpack von Tom Mikolai, aber auch effektiveren Abschlüssen vom Kreis oder per Tempogegenstoß gelang der Ausgleich. Leider setzte aber der spielstarke Kamenzer Freudenberg noch das 12:11 in die Maschen, und holte dazu eine Zeitstrafe raus. Also mit 1 Tor und 1 Spieler weniger ging es in die Pause.

Abwehr stabiler gestalten, und endlich die Chancen effektiv nutzen, aber sich auch nicht von der Stimmung und den Emotionen leiten lassen, welche die Gastgeber in Union mit dem Publikum anheizten, dann sollte was zu holen sein.

Das Spiel wurde nun bis zur 40. Minute dynamischer, beide Teams ließen den Ball laufen, der TBSV setzte dabei auf seine zwei Rückraumschützen Konrad und Anton, und Kamenz nach wie vor auf striktes 1:1-Spiel oder Kreisanspiele. Olli im Tor behielt nun mehrmals die Oberhand und parierte wichtige freie Würfe. Doch nach dem 16:16 und der im Angriff danach folgenden Zeitstrafe für Neugersdorf war es mit den Emotionen mancher Zuschauer oder auch „Ordner“ auf Rängen vorbei mit dem normalen Zuschauen. Diese teils wenig niveauvollen Diskussionen waren nicht sehr presentativ für die Gastgeber, aber zurück zum Spiel. Die etwas ruppigeren Aktionen auf der Platte standen dem aber in nix nach, auch weil alle Spieler ihre eigene Meinung dazu hatten. Man blieb allerdings noch konzentriert und mit engagiertem Einsatz aller Neugersdorfer blieb es ein offenes Spiel.


Trainer Marcel nahm für die Endphase nochmal ein Time-Out, um alle Spieler zu bestärken, dass es wieder ein Kampf bis zur letzten Minute wird. Doch leider wurde es anschließend genau das Gegenteil. In Verbindung mit nun aufreizenden Gesten und dem körperlichen Angriffsspiel der Kamenzer musste man in Unterzahl nun einen 3:0-Lauf hinnehmen, und man verlor den Faden und die Klarheit des eigenen Spiels. Zwar waren die Zeitstrafen durchaus provoziert und nicht immer komplett nachvollziehbar, doch bot man in der doppelten Unterzahl nun keine genügende Leistung mehr, mit Tom ersatzweise im Tor war es natürlich keine Hürde für Kamenz, aber selber waren die TBSV-Männer nun von der Rolle, und es wurden keine vorbereiteten Würfe gewählt. So geriet man mit 7 Toren ins Hintertreffen und die Niederlage war besiegelt. Nick Düring konnte mit mächtig Dampf und wohl auch etwas Ärger noch ein Tor erzwingen, aber das war lediglich Kosmetik. Mit 30:24 verlor man durchaus ärgerlich gegen diese abgezockte Truppe.


Das einige Szenen, Eigenarten der Kamenzer Spieler, auch durch fahrige Entscheidungen der Schiedsrichter angeheizt wurden und den Unmut der Neugersdorfer erhöhten, kann nicht die alleinige Erklärung für diese Niederlage sein. Man verlor eben die Klarheit und teils die Konzentration im eigenen Spiel und machte dadurch Fehler, die gegen so erfahrene Gegner leider zu oft bestraft werden und wurden. Daran muss man arbeiten, auch wenn Emotionen im Spiel sind, und Fair-Play nicht immer ganz oben auf der Agenda des Gegners stehen. Gegen Schlusslicht Sagar muss man in der kommenden Woche daher wieder zum eigenen flüssigen und durchschlagskräftigen Spiel finden um den Pflicht-Sieg einzufahren.

TBSV spielte mit:

O. Kranich (Tor)
T. Trodler, N. Schlappmann (3), K. Mai (3), S. Sohr, (1) A. Bayer (3), E. Sikora, E. Stanke, J. Franze (1),
P. Röttig, N. Düring (4), T. Mikolai (7/2), M. Rauch, M. Komassa (2)

Bank: M. Bastisch, Th. Bruckmann-Klippel, N. Tremer