Nach diesen 60 Minuten gab es ein paar ratlose Gesichter auf Seiten des TBSV, also jedenfalls empfand ich es kurz nach Ende so. Die Niederlage gegen die Verbandsliga-Reserve war so leider völlig in Ordnung. Denn man reiste zwar mit dem aktuell bestem verfügbaren Kader an, sogar mit Nachrücker (Konrad Mai). Allerdings fand man in der Gesamtheit nicht wirklich einen spielentscheidenden roten Faden.
Olli im Tor startete furios und parierte stark, inklusive Strafwurf. Und man führte sogar mit 1:3. Anschließend fehlte dann folglich aber der nötige Druck auf die Radeberger Abwehr, und Ball um Ball ging verloren. Mit 4, und später mit 5 und 6 Toren pegelte sich ein Rückstand ein, der ohne kompakte Abwehr nicht korrigierbar war. Die fast schon Leidtragenden waren unsere Torhüter Krannich-Twork-Schwarzberg. Alle waren mit dem Fokus auf Paraden im Tor, doch zu oft mussten Sie den Ball aus den Maschen holen, stattdessen die Würfe zu parieren. Radeberg erledigte defensiv und offensiv einfach konsequent seine Aufgaben, und nutzte die Chancen sehr effektiv. Mit einem 19:13 erreichte man die Halbzeitpause.
Zwei schnelle Tore zu Beginn, durch Anton und Finn, die sofort signalisierten: Jetzt aber!, war für die kleine Fan-Gruppe ein Anreiz für lauten Beifall. Allerdings hatten die Gastgeber keinerlei Erbarmen und stellten mit zwei 3-Tore-Serien und dem Vorteil von Überzahl-Situationen auf 25:16.
Konrad wurde nachgemeldet und war kurz danach auf der Platte. Der zog kurz den Fokus auf sich, so war Platz für zwei starke Rückraum-Tore von Johannes. Leider blieben dies nur kleine Aufblitzer im TBSV-Spiel. Den Radebergern war egal, ob der TBSV nun mit einem Rückraumschützen mehr agierte, und Sie gingen gnadenlos in jede Lücke der Neugersdorfer Abwehr. Abermals stellten sich Olli, und später nochmal Toni, so stark dagegen wie nur möglich. Eine einmalige 3-Tore-Serie minimierte den Rückstand aber minimal auf sieben Tore (34:27). Zu dem Zeitpunkt waren, trotz allergrößter Bemühungen und viel Einsatz aller TBSV-Spieler, die Messen gelesen. Eine deutliche Niederlage stand am Ende zu Buche. 35:27.
Angesichts der Wurfeffektivität, resoluten Spielweise und stabilen Abwehr, waren die Radeberger keine Laufkundschaft. Doch ich will mit dem Team da nicht zu hart ins Gericht gehen, aber man rannte leider 50 Minuten lang einem Rückstand hinter her, und trotz aller Mühe, allem Aufwand und dem kämpferischen Einsatz, gelang es nie ins Spiel zurück zu finden. Da müssen Lösungen her, um in der Folgewoche den sehr physisch spielenden Männern aus Schleife ausreichend Paroli bieten zu können und dann endlich den ersten Sieg feiern zu können.
P. S. Falls jemand das Spiel live verfolgt hat, und mit meiner vielleicht sehr direkten Kritik nicht einverstanden ist, dem möchte ich antworten, dass ich keine „Schönrederei“ zu Wort bringen will. Zum Sport gehören neben Erfolgen auch Niederlagen, und mal Phasen wo es nicht läuft und ein Team wieder in die richtige Spur finden muss. Das gelingt wie im richtigen Leben aber nicht mit Bauchmiezeln und lieben Worten.
Es waren aktiv: O. Krannich (Tor)
St. Twork (Tor)
T. Schwarzberg (Tor)
A. Bayer 5
F. Wießner 6
T. Stanke 4/2









