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Wednesday, 22.11.2017

Chronik 1990 - 2012

Nach der Wende zurück in Eibau & Ära Seifhennersdorf

Die politische Wende hinterließ vielfältige Spuren. Zunächst änderten sich die Vereinsstrukturen. Aus der BSG Lautex lösten sich die Abteilungen Handball, Fußball, Radball und Turnen heraus und traten fortan als Turn- und Ballspielverein auf. Die Fußballer gingen später als OFC Neugersdorf bzw. FC Oberlausitz eigene Wege, die Abteilung Radball gab es wenige Jahre später nicht mehr.

Die neue Freiheit wussten verständlicherweise auch Neugersdorfer Handballer(innen) zu nutzen, so dass in den Mannschaftsstrukturen einige Risse entstanden. Leider wurde die liebgewonnene (und bei der Gegnerschaft gefürchtete) Traglufthalle ein Wendeopfer. Ihr ging im wahrsten Sinne die Luft aus, die Reparatur und der Unterhalt wären unbezahlbar gewesen. Damit nahm man den aus früheren Zeiten nicht unbekannten Weg nach Eibau wieder auf sich.

Männer auf Erfolgskurs

Im Sommer 1991 übernahm Jürgen Wenzel die Verantwortung als Übungsleiter. Da einige Spieler aus o.g. Gründen nicht mehr zur Verfügung standen, mussten "alte" Leistungsträger zurückgewonnen und neue Spieler gefunden werden. So rückten beispielsweise Marko Herrgesell aus der 2. Mannschaft und Steffen Kriegerow aus dem Nachwuchs auf, aus Eibau kamen Jens Günther und Tilo Falk. Beneidenswerte Momentaufnahme: im neuen Kader standen vier (!) Linkshänder.

Sensationell wurde die Vertretung 1992 und 1993 Meister des Spielbezirkes Dresden. Unvergessen sind die jeweiligen Endspiele gegen den favorisierten ESV Lok Hoyerswerda. 1992 gelang im Hinspiel ein 12:11 Auswärtserfolg, im Rückspiel reichte ein 17:17. Mario Bastisch hatte Sekunden vor Schluß beim 7-Meter die Nerven und vollendete zum Ausgleich. 1993 wiederholten sich die Ereignisse. Zunächst wurde bei den Punktspielen mit 1:3 Punkten und minus 11 Toren der Kürzere gezogen. Im Meisterschafts-Hinspiel gelang in Eibau ein 15:11 und im Hexenkessel der Schulsporthalle Hoyerswerda ein 17:15 Sieg. Legendär dabei, wie sich drei durch Zeitstrafen verbliebene Neugersdorfer bei Ballbesitz gegenseitig umrannten und den Ball verloren.

Wurde 1992 noch auf den Aufstieg in die Oberliga verzichtet, nahm man 1993 die Herausforderung an. Allerdings stellte der Handballverband eine Qualifikationshürde auf. Somit bekamen die Neugersdorfer bei ihren Gastspielen in Aue, Leipzig (MoGoNo) und Glauchau gleich einen Vorgeschmack auf die neue Saison, was Reisezeiten und körperliche Härte betraf.

Dass ein Jahr später ein Punkt am Klassenerhalt fehlte, lag vor allem an der fehlenden Cleverness auf fremden Terrain. Die Heimspiele in Eibau vor vielen begeisterten Zuschauern waren jedoch echte Highlights.

1. Männermannschaft 1993/94
1. Männermannschaft 1993/94
Trainer Jürgen Wenzel, Mario Bastisch, Ralf Schmidt, Lars Stange, Steffen Kriegerow, Kai Bruchmann, Tilo Falk, Gunnar Backofen, Lutz Seeliger, Mannschaftsleiter Heinz Schuster;
Volker Weise, René Schönfelder, Peter Helzel, Lutz Herzog, Marko Herrgesell;
Jens Günther, Steffen Seidel

In der folgenden Bezirksliga-Saison verpasste die Mannschaft zunächst die direkte Qualifikation zur neu entstehenden Verbandsliga. Das gelang ein Jahr später dafür in unnachahmlicher Manier. Als Ostsachsenmeister mußte gegen den ESV Lok Pirna der Aufsteiger ermittelt werden. Dies schien nach dem Hinspiel zu einer unlösbaren Aufgabe zu werden. Sage und schreibe neun Tore Minus nahmen die Männer nach dem 11:20 mit ins Rückspiel - das zum "Kracher" wurde. In einem Spiel voller Leidenschaft und Siegeswillen gelang ein 21:11-Sieg, welcher an die glanzvollen Duelle mit dem ESV Lok Hoyerswerda erinnerte.

Neue Ära in der Seifhennersdorfer Sporthalle

Der Sensationssieg gegen Pirna war gleichzeitig das Abschiedsspiel in Eibau. Die 1996 erbaute Gymnasium-Sporthalle in Seifhennersdorf war mit dem Landkreis als Träger wesentlich günstiger. Ein Faktor, den ein Verein mit ca. 20 Mannschaften nicht ausser Betracht lassen konnte.

Ein wesentlicher Bestandteil der Vereinsarbeit, die Nachwuchsbetreuung, nahm immer mehr an Bedeutung zu. Die geburtenschwachen Jahrgänge warfen ihre Schatten voraus. Deshalb wurde bereits 1992 damit begonnen, die Mädchen und Jungen bereits in den ersten zwei Schuljahren vom Handballsport zu begeistern.

C-Jugend ml. 1997/98
C-Jugend ml. 1997/98
Thomas Blahut, Sebastian Schulz, André Kubitz, Tortsen Kretschmer, Oliver Israel, Jens Klinger, Matthias Kern, Trainer Peter Gloßmann; Tobias Fischer, André Grundei, Martin Brocksch, Marcel Fischer, Marcel Bastisch

Doch noch konnte von der Arbeit der letzten Jahre gezehrt werden. 1997/98 standen rekordverdächtige 16 Nachwuchsvertretungenwurden im Spielbetrieb. Die ml. und wbl. C-Jugend (Jg. 1983/84) wurde in diesem Spieljahr mit jeweils sensationellen 36:0 Punkten überlegene Ostsachsenmeister.

C-Jugend wbl. 1997/98
C-Jugend wbl. 1997/98
Juliane Gähler, Nelly Herzog, Nadine Thomas, Madleen Krüger, Manuela Rothe, Peggy Böhmer, Berit Donath, Trainer Heimo Donath; Inga Herberg, Liane Fischer, Conny Kern, Elsa Wirrig;
es fehlen: Nicole Pritzkow, Julia Geyer

Im Schatten der Verbandsliga-Männer regte sich im Erwachsenenbereich weiteres Leben. 1997 gelang den Frauen der Aufstieg in die Ostsachsenklasse. Ein Jahr später folgte die 2. Männermannschaft, nachdem 1995/96 die höhere Spielklasse nicht gehalten werden konnte. Weitere zwei Jahre später sorgte die lange im Schatten stehende 1. Frauenmannschaft mit dem erstmaligen Aufstieg seit 40 Jahren in die Ostsachsenliga (bzw. damals Bezirksliga) für ein weiteres Highlight.

1. Frauenmannschaft 99/2000
1. Frauenmannschaft 99/2000
Corina Baasner, Nadine Mordowicz, Jane Liebmann, Kati Bösewetter, Trainer Jochen Bösewetter, Doreen Baasner, Cornelia Neumann, Manuela Kuba; Kerstin Ulke, Kathleen Hille, Manuela Mann, Claudia Fischer, Jeanette Fiedler, Ramona Kröher

In der Saison 2002/03 spielte mit der ml. B-Jugend erstmalig eine Vertretung des Nachwuchses in der Oberliga Sachsen. In den Folgejahren fehlte den Jugendmannschaften jedoch wiederholt die notwendige Qualität in der Breite, um diesen Schritt wiederholen zu können.

Im Erwachsenenbereich stabilisierten sich die Leistungen. Die 1.Männermannschaft belegte vordere Plätze in der Verbandsliga und krönte dies 2008 mit dem Meistertitel in der Verbandsliga.

Martin Brocksch, Martin Seeliger, Sebastian Schulz, Marko Reimann, Steffen Kriegerow, Michael Krech,Trainer Volker Weise; hockend: Thomas Gloßmann, Stefan Schulz, Michael Brocksch, Oliver Krannich, Oliver Assmann, Sebastian Scholze

Der Aufstieg in die Oberliga konnte aus personellen Gründen nicht wahrgenommen werden, worauf Oliver Assmann die Mannschaft verließ. Trotz aller Probleme konnte sich unser „Aushängeschild“ über all die Jahre in der Verbandsliga behaupten und zog zu den Heimspielen Zuschauer an, die unsere Vereinskasse aufbesserten. Die 2. und 3. Männermannschaft zeigten einen steten Aufwärtstrend. Die 2. Mannschaft konnte in die Ostsachsenliga aufsteigen, wo sie fest etablierte. Der 3.Männermannschaft gelang mit ihrem Trainer Harald Janocha 2011 der Aufstieg in die Ostsachsenklasse.Ab der Saison 2007/08 konnte sogar eine 4. Männermannschaft gebildet werden. Unsere 1.Frauenmannschaft bestimmt das Niveau in der Ostsachsenliga und konnte 2004 und 2009 den Meistertitel erringen. Frauenmannschaft 2009:

Ann Alband, Ariane Hoffmann, Jennifer Willig, Marcela Wilm, Caterina Ernst, Kati Wießner, Antje Büttner, Trainer Jochen Bösewetter; Anne Leitner , Sabine Leidl, Katrin Buntrock, Inga Herberg, Ina Reimann, Diana Schubert, Stefanie Richter

Aus personellen Gründen verzichteten die Frauen aber auf einen Aufstieg in die Verbandsliga. Die 2. Frauenmannschaft spielte all die Jahre in der oft nur mit wenigen Mannschaften besetzten Ostsachsenklasse. Sie bildeten die „Reserve“ für die 1. Frauenmannschaft, wo häufig Spielerinnen wegen Schwangerschaft oder Krankheit pausieren mussten.

Im Jugendbereich konnten anfangs noch Erfolge erzielt werden; beispielsweise konnte 2003 die weibliche B- Jugend und männliche A-Jugend den Ostsachsenmeistertitel erringen.  Damit erreichten wir den 50. Meistertitel auf Bezirksebene für die Neugersdorfer Handballer seit 1928.

Im Jahr des 80. Jubiläums unseres Vereins – 2004 – gelang es, 5 Bezirksmeistertitel zu holen! Die 1. Frauenmannschaft, die weibliche A- Jugend, die männliche A-, B-, und C- Jugend setzten dem sportlichen Aufwind der letzten Jahre die Krone auf. Im Folgejahr konnte nur noch die weibliche A-Jugend den Titel verteidigen. Die geburtenschwachen Nachwendejahrgänge bereiteten zunehmend Probleme, woraus ein Rückgang der Leistungen und auch der Anzahl der Kinder- und Jugendmannschaften resultierte.
Jahrelang war im Spielkreis Oberlausitz der TBSV das Maß aller Dinge in Sachen Nachwuchsarbeit. Auf diesen Lorbeeren haben wir uns zu lange ausgeruht. Gelangen in den letzten zehn Jahren 16 Meistertitel Ostsachsens, gingen wir 2007 erstmals seit 2001 wieder „leer“ aus.

Um wieder eine „Basis“ im Kinderbereich zu schaffen wurde 2005 in Zusammenarbeit mit der Fichte-Grundschule die „Handballstunde“ als Freizeitangebot für die Kinder der 1. und 2. Klassen wieder eingeführt.

Das Fazit 2008 lautet: Von der leistungsstarken Nachwuchsabteilung der 90er Jahre sind wir  momentan weit entfernt. Die Talsohle kann jedoch durchschritten werden, wenn im jüngeren Nachwuchsbereich das vorhandene Steigerungspotential in den nächsten 1-2 Jahren gehoben wird und die Kette der Nachwuchsmannschaften ab der F-Jugend stabil bleibt.

2010 gelang mit der weiblichen B-Jugend endlich wieder einer Nachwuchsmannschaft der Gewinn eines Ostsachsenmeistertitels.

2012 riefen Kati Wießner, Jane Kayser, Kathleen Hille und Sandra Seeliger eine Kindergartengruppe ins Leben, wo sie zum Teil ihre eigenen Kinder mit unterbrachten und in den Kindergärten weitere Mitglieder warben. Damit gelang ein weiterer richtiger Schritt zur Sicherung einer stabilen Basis im Nachwuchsbereich.

Kindergartengruppe 2012

2004 feierten wir 80 Jahre Handball in Neugersdorf!

Zu diesem Anlass sollten alle Mitglieder der Abteilung Handball ins Jahnstadion kommen, um ein Foto des ganzen Vereins zu machen. Leider goss es in Strömen, so dass wir unter dem Dach Schutz suchen mussten und der Fotograf dieses erste und einzige Vereinsfoto aus einem sehr ungünstigen Winkel aufnahm....

Mitglieder der Abteilung Handball im Jahnstadion

Der Vorsitzende der Bezirksspielleitung, Sportfreund Eberhard Neumann und der Abteilungsleiter Handball des TBSV Neugersdorf, Sportfreund Gloßmann zeichnen Heinz Neumann und Heinz Schuster zu diesem Anlass mit dem HVS Ehrenwimpel, der höchsten Auszeichnung des HVS, aus.

Eberhard Neumann & Peter Gloßmann zeichnen Heinz Neumann und Heinz Schuster aus

Unser Stand auf dem Jacobimarkt in Neugersdorf entwickelte sich zu einer wichtigen Einnahmequelle für unseren Verein.

Das Zelt des TBSV auf dem Gierschdurfer Schiss'n